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Zunge

Zunge

Wenn man sie andern Menschen zeigt kann es sein dass man böse angeschaut oder getadelt wird, ausser man ist beim Arzt, der einem auffordert sie herauszustrecken, und beim Zahnarzt hat man oft das Gefühl dass sie immer irgendwo im Weg ist und hoffentlich nicht angebohrt wird; wir sprechen von der Zunge.

 

Aber eigentlich könnten wir stolz auf dieses Organ sein.

 

Es besteht nicht wie oftmals angenommen aus einem einzelnen Muskel, sondern aus ganzen neun, die so angelegt sind, dass sie all die Aufgaben die ihr zugedacht sind, auch wirklich erfüllen können.

Eine grosse Aufgabe der Zunge ist das Sprechen. Im Mittelalter z.B. wurde ein Verräter mit dem Herausschneiden der Zunge bestraft und konnte sich glücklich fühlen wenn er diese Bestrafung überlebt hat, denn die Zunge ist, wie jedes innere Organ mit vielen Blutgefässen versorgt.

Die Zunge wird aber auch zum Essen, Trinken, Schmecken und Tasten gebraucht, deshalb ist es gut dass sie so beweglich ist.

 

Viele Funktionen der Zunge sind für den Menschen überlebenswichtig.

So sorgt sie zum Beispiel dafür dass die Nahrung im Mund bewegt wird und dadurch zerkleinert und eingespeichelt werden kann.

Nur so ist die Nahrung nämlich richtig vorbereitet für den weiteren Weg zur Verdauung und kann mithilfe der Zunge zum Schlucken Richtung Rachen geschoben werden.

Bevor sie dies allerdings tut, hat sie längst festgestellt, ob nichts Schädliches im Nahrungsbrei ist. Dabei helfen ihr die Papillen, spezielle Geschmacksknospen auf der Zungenschleimhaut, dank derer wir die verschiedenen Geschmacksrichtungen feststellen können. Süss oder sauer, bitter, salzig oder würzig; die Zunge erkennt das im Normalfall sofort.

Es kann allerdings sein dass durch gewisse Medikamente oder Krankheiten der Geschmackssinn verändert oder ganz weg ist. Betroffene spüren dann zwar ob etwas heiss oder kalt ist, aber was sie essen können sie nicht definieren.

 

Inzwischen weiss man dass die Zunge Süsses vor allem mit der Spitze erkennt, Saures und Salziges an den Zungenrändern, Bitteres im hinteren Zungenbereich und würziges in der Zungenmitte.

 

Was viele nicht wissen, am Aussehen der Zunge kann der Gesundheitsstand abgelesen werden.

Normalerweise ist unsere Zunge blassrosa, glatt und feucht. Dazu ist sie mit einem dünnen, weisslichen Belag überzogen, der aus Keimen, Nahrungsresten und alten Zellen besteht.

Wer kontrollieren will, ob die Zunge gesund aussieht, tut dies am besten morgens noch vor dem ersten Kaffee und dem Zähneputzen.

 

Hier ein paar Beispiele wie sie aussehen kann und was dahinter stecken könnte:

 

-        Dicker weisser Belag: tritt häufig im Rahmen einer Erkältung auf, kann aber auch ein Hinweis auf Magen-Darm-Probleme sein

 

-        Gelblicher Belag: Geht häufig überein mit einem pelzigen Gefühl im Mund. Der Auslöser kann eine Pilzinfektion sein. Kräftige Töne können aber auch einen Hinweis für eine Störung der Galle oder Leben hindeuten.

 

-        Roter Belag: Nennt man auch Himbeerzunge. Deutet auf eine Infektionskrankheit hin, ist typisch für Scharlach, kann aber auch bei anderen Krankheiten auftreten. Verspürt man ein zusätzliches Brennen auf der Zunge, kann dies auf eine Zungenentzündung hinweisen.

 

-        Brauner Belag: Da liegt meist eine Störung im Magen-Darmbereich vor

 

-        Grauer Belag: Kann auf einen Eisenmangel oder Blutarmut

 

hindeuten

 

-        Schwarzer Belag: Kann als Nebenwirkung einer Antibiotikabehandlung auftreten, aber auch auf eine ernste Erkrankung, die mit einer Schwächung des Immunsystems einhergeht.

 

Es bringt allerdings nichts sofort in Panik auszubrechen wenn die Zunge mal anders als gewohnt aussieht, oftmals ist es nämlich nur der Kaffee oder der Joghurt den man vorher zu sich genommen hat der den Belag so verändert.