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Sucht - Süchte

Sucht

Ein Thema das in unserer sonst so offenen Welt oftmals totgeschwiegen wird ist die Sucht.

Die meisten Menschen denken beim Wort „Sucht“ zuerst an Wörter wie Marihuana, LSD, Spritzen, Alkohol, rauchen, ungepflegt, kriminell, Joint, arbeitsscheu, asozial, schlecht….

 

Dass es aber viele andere Süchte gibt das wollen die Wenigsten sehen.

 

Allen Süchten gemeinsam ist, dass sie als negativ gewertet werden, denn es ist etwas von dem wir unser Leben bestimmen lassen, das wir nicht so einfach loswerden und meist schämen wir uns tief in uns drinnen dafür.

Aus meiner Sicht ist jeder Mensch auf irgendetwas süchtig, ich eingeschlossen.

Denn wenn wir ehrlich sind können wir alle ohne irgendwas nicht leben.

Sei es das Handy, der Zucker, Einkaufen, Spielen, Medikamente, Sport, Arbeit, Essen, Sammeln, Sex, Rauchen, Kaffee, Putzen, Fernsehen, Glücksspiel, Waschzwang….die Liste ist endlos lang.

 

Du meinst dass du keine Sucht hast? Dann versuch doch mal eine Woche ohne dein Handy zu leben, oder iss konsequent keine Süssigkeiten mehr, verzichte nur einen Tag auf deine Zigaretten oder dein Feierabendbier, trinke keinen Energy-Drink mehr, putze dein Bad nicht oder schau einen einzigen Tag kein Fernsehen; und schau was es mit dir macht.

 

Sobald wie unsere Sucht angehen wollen, verspüren wir Entzugserscheinungen.

Diese können sich auf vielfältige Weise bemerkbar machen.

Es wird unterschieden zwischen stoffgebundenen und stoffungebundenen Entzugserscheinungen.

Die stoffgebundenen Süchte (Alkohol, Nikotin, Cannabis, Medikamente) enthalten eine süchtig machende Substanz, die in einer bestimmten Art und Weise auf das Gehirn einwirkt, sei es stimulierend, beruhigend oder schmerzlindernd.

Die Entzugserscheinungen können heftig sein. Es kann zu starken körperlichen Symptomen wie Schwitzen, Übelkeit und Zittern kommen und die gehören immer unter ärztliche Aufsicht.

Bei den stoffungebundenen Süchten (Kaufsucht, Putzsucht, Spielsucht) handelt es sich um Verhaltensweisen die zwanghaft ausgeführt werden. Dabei entsteht einen ähnlichen Belohnungseffekt wie bei der Einnahme von stoffgebundenen Drogen.

 

Was bei beiden gemeinsam ist, das ist die psychische Abhängigkeit, will heissen, einen unabwendbaren Zwang, etwas zu tun auch wenn man weiss, dass es nicht gut für einem ist.

Die Entzugserscheinungen hier gehen mit Unwohlsein, Aggressivität und Depressionen einher und brauchen in der Regel eine intensive Therapie um sie zu überwinden.

 

Eine Sucht mit der sich Schmerzpatienten regelmässig herumschlagen ist die Medikamentensucht.

Verschrieben und geschluckt sind die Schmerzmittel schnell mal, und vor allem zu Beginn helfen sie ja auch,  aber irgendwann kommt entweder eine Neues, zusätzliches dazu, oder die Dosis muss erhöht werden.

Durch die Nebenwirkungen kommen vermutlich schnell mal noch andere Medikamente hinzu und irgendwann ist alles, was mit einer einzigen Schmerztablette begann, völlig aus dem Ruder gelaufen und man schluckt nicht selten über 10 Tabletten im Tag.

 

Allen Süchten gemeinsam ist eine Veränderung des Körpers und des Charakters in irgendeiner Form, und damit häufen sich auch Probleme im näheren und weiteren Umfeld, wie der eigenen Partnerschaft, im Job oder bei den Freunden.

 

Der Süchtige hat in der Regel das Gefühl dass sich sein Umfeld verändert, er will nicht wahrhaben dass er es ist der sich verändert.

 

Da wieder rauszukommen braucht Mut, Kraft und Entschlossenheit.

Der erste Schritt dazu ist zu erkennen dass man überhaupt eine Sucht hat und sich davon befreien will.

Denn es ist auch mit den Süchten so; wir ganz alleine sind dafür verantwortlich, und es liegt in unseren Eigenverantwortung, da wieder rauszufinden.