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Neid

Neid

Wer kennt nicht die Sprüche: „vor Neid erblassen“, „ vom Neid zerfressen“, „blass vor Neid“?

In jedem Sprichwort steckt doch ein Körnchen Wahrheit. Auch wenn diese Aussagen nicht immer wörtlich zu nehmen sind machen sie doch deutlich, wie heftig dieses Gefühl, dieser Neid sein kann.

 

Neid gilt allgemein als fieses, giftiges, kräftezehrendes und vor allem schäbiges und negatives Gefühl, es signalisiert Missgunst, Kleinlichkeit und Unzufriedenheit.

 

Neid bedeutet dass man jemandem irgendwas nicht gönnt.

Sei es der Erfolg, die Gesundheit, den Schlaf, den Job, das Glück, das Geld, die Frau, die Begabung, die Reise, die Noten…meist ist es eine Frage des Selbstvertrauens oder man ist einfach nie zufrieden mit dem was man schon hat.

Es gibt sicher Niemanden der nicht schon mal auf Irgendwen oder Irgendwas neidisch war.

 

Es gibt zwei Arten von Neid. Da wäre mal das Neidgefühl; es überfällt einem plötzlich, verursacht einen kurzen Stich und verschwindet dann gleich wieder. Aber es gibt auch den hartnäckigen Neid, der flackert ständig wieder auf und legt sich irgendwann wie ein Schatten auf die Seele.

Insgeheim schämt man sich seiner Gefühle und seinem Verhalten, fühlt sich als Versager und weniger wert, man vergleicht sich immer wieder mit der Person die man beneidet.

Wir lernen schon als Kind, dass Neid kein gutes Gefühl ist, werden getadelt und angehalten dies nicht so offensichtlich zu zeigen, weil es etwas Schlechtes ist.

Das gelingt aber in der Regel nur selten, denn Gefühle kann man nicht auf Dauer unterdrücken, negative schon gar nicht. Wer seine Mimik oder Haltung doch gut im Griff hat, äussert den Neid in der Regel mit missgünstigen Sprüchen oder verbalen Verletzungen.

 

Mit Neid ist es aber wie mit allen schwierigen Gefühlen, durch Ignorieren oder Verdrängen

löst er sich nicht auf. Erst wenn man ihn nicht mehr leugnet, ihn zulässt und sich mit ihm beschäftigt, erkennt man, dass er auch positive Seiten hat.

Neid kann zwar wie ein Gift wüten, aber er kann auch ein Weckruf sein. Immer wenn er sich wieder mal zeigt, ist das ein Zeichen, dass wir irgendwas ändern sollten.

Er macht uns aufmerksam auf unterdrückte Bedürfnisse, ungelebte Fähigkeiten, schlummernde Talente, Träume, oder Wünsche und Träume, die man sich nicht eingestehen will.

Von dieser Seite her betrachtet ist Neid eine Herausforderung und ein Ansporn, etwas zu verändern, zum eigenen Positiven.

Stellen wir uns doch mutig den Herausforderungen und nutzen wir den Neid als Wegweiser für ein erfülltes, zufriedenes Leben.

 

Der erste Schritt dazu ist, dass man sich selber eingesteht dass man neidisch ist 

Sich mal ganz ehrlich fragt wieso man denn genau in dieser Situation oder ausgerechnet auf diesen Menschen neidisch ist.

Sich aber auch fragt; was man an sich ändern kann um dahin zu kommen wo der beneidete Mensch gerade steht

Oder sich auch einfach eingesteht, dass es einem doch eigentlich ganz gut geht wie es ist und man zufrieden mit sich selber sein kann, sich selber so akzeptiert wie man halt eben nun mal ist.

 

Hat man das mal begriffen, sind auch das Selbstvertrauen und das Selbstbewusstsein wieder da, die Zufriedenheit wächst und man ist im Einklang mit sich und seiner Umwelt.