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Depressionen bei Fibromyalgie

Depressionen bei Fibromyalgie

(Quelle Sigrid Nesterenko)

 

Im Zusammenhang mit der Fibromyalgie treten bei vielen Patienten Depressionen auf, allerdings werden diese nicht immer als solche erkannt.

Aber auch umgekehrte Situationen sind möglich, so dass das gesamte Krankheitsbild einer Depression zugeschrieben wird.

Fatalerweise wir in diesen Fällen nicht nach weiteren Ursachen und Krankheitszusammenhängen gesucht, weil ja quasi klar war, dass eine Depression vorliegt.

Die für die Fibromyalgie eigentlich erforderlichen Therapiemassnahmen bleiben in diesen Fällen aus.

Anstatt Physiotherapie, Ergotherapie, und diversen weiteren Therapiemassnahmen, erfolgen Psychotherapien und medikamentöse Behandlungen mit Psychopharmaka.

 

Dass hierdurch die erhofften Symptomverbesserungen ausbleiben, ist nicht verwunderlich.

Besonders tragisch ist es, wenn sich die vorhandenen Symptome noch weiter verschlimmern oder neue hinzukommen.

 

Dabei lässt sich mit dem richtigen Wissen eine reine Depression sehr leicht von einer Fibromyalgie unterscheiden, zumindest bei den Patienten, bei denen dir für die Fibromyalgie typischen Schmerzen durch die Tender-Points festgestellt werden können.

 

Bei einer Fibromyalgie, die mit Depressionen einhergeht, stellt sich die Frage: „Was war zuerst? Waren es die Schmerzen, und resultieren die Depressionen aus dem dauerhaften Schmerzerlebnis?“

 

Möglich sind auch andere Ursachen, wie insbesondere eine Schadstoffbelastung durch Schwermetalle, Hormonstörungen oder auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die eine zu niedrige Serotoninversorgung mit sich bringen können.

Wenn eine genauere Ursache festgestellt werden kann, erhöht das den Therapieerfolg natürlich bedeutsam.

Aber wo auch immer die Depression ihren Ursprung hat, sie ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die bedrohliche Ausmasse annehmen kann und ein erhöhtes Suizid-Risiko mit sich bringt. Dies ist es, was Depressionen lebensbedrohlich macht.

 

Für Aussenstehende sind Depressionen unsichtbar und nicht nachvollziehbar. Sie wundern sich zwar darüber, dass sich die Personen zurückziehen und sich von der Umwelt abkapseln. Selbst die engsten Familienangehörigen und guten Freunde kommen in dieser Phase an den Erkrankten nicht oder nur noch schlecht heran. Spricht man sie darauf an, weichen sie aus.

Sie wissen selbst nicht, was mit ihnen los ist, können ihre Empfindungen und ihre Situation kaum in Worte fassen; und stehen gleichzeitig unter einem extremen Leidensdruck.

Sie sind in ihrer Depression gefangen, in tiefer Traurigkeit gefesselt. Sie können keine Freude empfinden, denn Glücksgefühle sind ihnen fremd und unheimlich.

Sie fühlen sich ausgeschlossen vom Rest der Welt, unverstanden sowieso. Auch im Stich gelassen, denn Einsamkeit ist ein hässlicher Begleiter, der den dunklen, langen Weg überschattet.

Gefangen sein im eigenen fremdbestimmten Körper beschreibt das schreckliche Leid wohl am besten.

Allerspätestens dann, wenn Depressionen ein so bedrohliches Ausmass annehmen, sind sie dringend behandlungsbedürftig. Idealerweise natürlich schon zu einem früheren Zeitpunkt, aber dies passiert leider im Praxisalltag oftmals nicht.

 

Die Behandlung der Depression besteht in der Regel aus einer medikamentösen Therapie, die in der Lage ist, den Gefühlszustand zu stabilisieren.

Häufig erfolgt dies in Kombination mit einer Psychotherapie. Hier geht es darum, nach möglichen psychischen Auslösern der Depression zu suchen, aber auch darum, Verhaltensregeln zu erlernen, mit deren Hilfe man depressive Phasen und die Hoffnungslosigkeit besser überstehen kann.

 

Bei der Fibromyalgie besteht das Behandlungsziel häufig auch darin, eine bessere Akzeptanz der Erkrankung mit all ihren Begleitumständen und Beeinträchtigungen auf die Lebenssituation zu erreichen.

Hier kann eine rechtzeitige seelische Betreuung bei vielen Betroffenen zu mehr Lebensmut und Auseinandersetzung mit der Erkrankung und ihren Begleiterscheinungen verhelfen.

Darüber hinaus sollten noch einige weitere Massnahmen mit einbezogen werden, und die Depression positiv zu beeinflussen.

 

Sport und Bewegung wirken sich günstig auf die Stimmung aus. Auch kreative Betätigungen wie Malen, Basteln, Töpfern oder andere Dinge, die einem Spass bereiten, können zur Symptomverbesserung  beitragen.