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Blutegeltherapie bei Fibromyalgie

Blutegeltherapie bei Fibromyalgie

 

(Quelle Sigrid Nesterenko)

Die Blutegeltherapie gehört seit Jahrtausenden zu den natürlichen Heilverfahren.

 

Speziell darin ausgebildete Therapeuten setzen Blutegel am Körper oder an bestimmten Körperzellen des Menschen an.

Blutegel werden nicht zu Unrecht als Vampire bezeichnet, denn sie ernähren sich ausschliesslich vom Blut der Säugetiere, also auch von Menschen.

 

Hierfür haften sich die Blutegel an die Hautoberfläche ihres Wirtes.

 

Die Blutegeltherapie wird zur Linderung von Schmerzzuständen, zur Stärkung des Immunsystems und zur Genesung zahlreicher Krankheitsbilder wie Gicht, Venenleiden, Arthrose, Muskel- oder Gelenksschmerzen eingesetzt.

 

Bei der Fibromyalgie erfolgt die Therapie begleitend zu anderen Therapiemassnahmen, indem die Blutegel auf besonders stark schmerzende Körperteile gesetzt werden.

 

Blutegel leben zwar in der freien Wildbahn, für medizinische Zwecke kommen aber nur speziell gezüchtete Exemplare zum Einsatz.

Diese medizinischen Blutegel verfügen über drei Sägekiefer, die mit feinen Kalkzähnchen ausgestattet sind, und die das Andocken an die Hautoberfläche ermöglichen.

 

Der Biss der Blutegel ist viel schmerzfreier als man es vielleicht auf den ersten Blick vermuten könnte und lässt sich am ehesten mit einem Mückenstich oder einem Einstich einer Spritze vergleichen.

 

Die Therapie beginnt in dem Moment wo der Blutegel zugebissen hat.

Eine Sitzung kann je nach Situation zwischen 30 und 90 Minuten dauern und wird vom Blutegel beendet, indem dieser von alleine abfällt sobald er gesättigt ist.

 

Auf Grund der enthaltenden blutgerinnungshemmenden Substanzen dauert die Blutung der Hautstelle allerdings noch eine Weile an und kann in Einzelfällen einige Stunden betragen.

 

Von entscheidender Bedeutung für therapeutische Zwecke ist der Speichel des Blutegels, der beim Saugvorgang abgegeben wird.

Dieser enthält über 20 verschiedene Substanzen, die in ihrer einzigartigen Kombination beim Menschen schmerzlindernde, krampflösende, entzündungshemmende und gerinnungshemmende Wirkungen auslösen. Dieser einmalige Wirkstoff-Cocktail ist bislang in keinem Medikament zu finden.

 

Neben dem blutgerinnungshemmenden Heparin enthält der Speichel auch Hirudin und Calin. Ausserdem sind auch entzündungshemmende und schmerlindernde Egline und Bdelline sowie gewebelockernde Hyaluronidasen vorhanden. Letztere räumen durch ihre gewebelockernde Eigenschaften quasi den Weg frei, so dass diese ihre schmerzstillenden, entzündungshemmenden und antibiotischen Wirkmechanismen entfalten können.

 

Die Wirkung der Blutegeltherapie setzt meistens unmittelbar ein, oft schon direkt nach der Anwendung.

 

Bei chronischen Erkrankungen wie der Fibromyalgie sind häufigere Sitzungen empfehlenswert, die Anzahl Sitzungen sollten aber immer den individuellen Situationen angepasst werden.

Erfolge der Blutegeltherapie zeigen sich bei der Fibromyalgie durch eine verbesserte Beweglichkeit, Belastbarkeit der Gelenke und Schmerzlinderung. Die zahlreichen Wirksubstanzen erreichen oftmals auch eine Entspannung der Muskulatur, so dass die durch Verspannungen auftretenden Schmerzen nachlassen. Infolgedessen kann häufig eine Reduzierung bestimmter Medikamente in Absprache mit dem behandelnden Therapeuten erfolgen.

 

Gute Erfolge erreicht man mit der Blutegeltherapie auch beim Karpaltunnelsyndrom.

Hier wird der Wirkungsmechanismus darauf zurückgeführt, dass die Speichelinhalte zu einer Abschwellung des Handgelenks führen, so dass der Druck im Karpaltunnel nachlässt, was sich wiederum durch eine spürbare Schmerzlinderung zeigt.

 

Bevor allerdings die Blutegeltherapie angewandt wird, sollten einige Dinge abgeklärt werden.

Hierzu gehören insbesondere Blutgerinnungsstörungen, bestimmte Medikamente (Blutgerinnungshemmer), Blutarmut, Lebererkrankungen, akute fiebrige Entzündungen, Cortisonbehandlungen und Allergien gegen Inhaltsstoffe des Blutegelspeichels.